Vitamine nicht wegkochen

Wann und wie Sie die Nahrung sinnvoll ergänzen sollten

Obst und Gemüse versorgen unseren Körper mit Vitamine - das wissen wir alle. Doch nur wenige ahnen, wieviele davon durch Transport, Lagerung und Zubereitung verloren gehen. Mit einigen Tricks können Sie zumindest beim Aufbewahren und Kochen Vitaminverluste vermindern!

Ob Apfel, Salat oder Kartoffel - der Weg von der Ernte bis zum Küchentisch ist oft sehr weit. Besonders bei Obst und Gemüse, das nicht gerade Saison hat und aus dem Ausland importiert werden muss, sind die Vitaminverluste oft sehr hoch. Kaufen Sie 1ieber Früchte, die aus ihrem Land stammen!

Lagerung

Wie schnell Nahrungsmittel ihre Vitamine verlieren, hängt von der Art der Lebensmittel sowie von der Dauer und den Umständen der Lagerung ab. Erdäpfel können bereits nach drei Monaten bis zu einem Drittel ihres Vitamin C Gehaltes verlieren. Noch schneller wird Vitamin C in Blattgemüsen zerstört. Nämlich innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Ebenso empfindlich sind die B-Vitamine (insbesondere Folsäure). Lebensmittel, die diese Vitamine enthalten, sollten Sie so frisch wie möglich verwenden! Gemüse und Obst wenn möglich in kleinen Mengen und nicht auf Vorrat einkaufen. Die optimale Lagerung ist kühl und dunkel.

Grundsätzlich verflüchtigen sich Vitamine in Wurzel- und Knollengemüse langsamer als in Blattgemüsen. Manche Gemüsesorten sind besonders empfindlich, selbst wenn die Lagertemperatur niedrig ist. Spargel zum Beispiel, bei 0 Grad Celsius gelagert, verliert nach einer Woche 50 Prozent des Vitamin C Gehaltes. Bei 21 Grad sind in der selben Zeit 90 Prozent des Vitamin C weg.

Vitamin Bl darf hingegen nicht lange der Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Bei nur 17 Prozent Luftfeuchtigkeit können bis zu 30 Prozent des Vitamin BI Gehaltes aus Vollkorngetreide verloren gehen.

Zubereitung

Die erste Gefahr, die den Vitaminen bei der Zubereitung droht, ist Wasser. Durch langes Waschen spülen Sie zum Beispiel Vitamin C regelrecht den Ausguss hinunter. Lebensmittel sollten gründlich, aber nur sehr kurz gewaschen werden. Auf keinen Fall im Wasser stehen lassen, sonst werden ihnen wasserlösliche Vitamine entzogen.

Der zweite Feind ist das Messer: Beim Putzen und Schälen nur das Nötigste entfernen, denn die kostbaren Stoffe sitzen meist direkt unter der Schale.

Geschälte Erdäpfeln und zerkleinertes Gemüse, das nicht sofort weiterverarbeitet wird, schließen Sie am besten mit einem feuchten Tuch oder einer Folie luftdicht ab. Gemüse und Obst sollte außerdem niemals zuerst zerkleinert, und dann gewaschen werden. Rohkostsalate erst knapp vor dem Verzehr zubereiten!

Zum Schluss geht es den Vitaminen dann noch beim Kochen an den Kragen. Am stärksten werden Vitamine durch langsames, langes Kochen und langsames Abkühlen zerstört. Kurzes Erhitzen, kurze Koch- und Abkühlzeit, zum Beispiel in einem Schnellkochtopf, kann da schon einiges retten.

Bei der Zubereitung von Fleisch gehen unter Umständen etliche B-Vitamine verloren. Beim Grillen ist der Verlust 10 bis 40 Prozent, beim Braten in der Pfanne schon 40 bis 50 Prozent und im Backrohr sogar 30 bis 60 Prozent.

Andererseits bleibt ein großer Teil der Vitamine im Saft erhalten, die Zubereitung von Saucen aus dem Fleischsaft ist empfehlenswert. Vorsicht auch vor langem Warmhalten von Speisen. Hier machen Sie den letzten Vitaminen den Garaus.

Bei frischer, abwechslungsreicher Ernährung wird der Körper meist ausreichend mit lebensnotwendigen Vitaminen versorgt. Wenn Sie aber meistens nur von Fast Food und Kantinenessen leben, unter Stress stehen oder schwanger sind, können Vitaminpräparate aus der Apotheke zur Vorbeugung eines Vitaminmangels hilfreich sein.

Vgl. Bohrer,Karin: KZ vom 29.4.2000,